Warum bietet seca geeichte und ungeeichte Waagen an?

01.06.2010 13:53 | Stethoskop Blog

Medizinische Waagen müssen nicht nur den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes, sondern auch den Anforderungen des Eichgesetzes genügen. Der Grund ist einfach: Im Medizinproduktegesetz kann der Hersteller die Genauigkeit seiner Produkte selber definieren, im Eichgesetz ist die Genauigkeit durch die Eichklassen exakt vorgegeben.

So kann sichergestellt werden, dass jede geeichte Waage auch wirklich präzise Ergebnisse anzeigt. Und die machen Sinn, wenn die Waagen zur medizinischen Überwachung, Diagnose und Behandlung oder zur Verhütung und Linderung von Krankheiten eingesetzt werden. Deshalb müssen Waagen, die in Arztpraxen, Krankenhäusern und Altenheimen eingesetzt werden, geeicht sein. Ein sinnvolles Gesetz also.

Das Eichgesetz sieht zudem vor, dass diese geeichten Waagen der Genauigkeitsklasse III (3) entsprechen müssen. Ausgenommen sind nur Waagen zur Feststellung des Geburtsgewichtes, hier genügt die Genauigkeitsklasse IIII (4). Aber Achtung: Diese dürfen nur Hebammen einsetzen! Da in Krankenhäusern und in Kinderarztpraxen Säuglingswaagen auch zur Beobachtung des Gewichtsverlaufs eingesetzt werden, ist auch hier eine Waage der Genauigkeitsklasse III (3) verpflichtend.

Klare Beschränkungen für ungeeichte Waagen

Wo aber dürfen dann überhaupt ungeeichte Waagen eingesetzt werden? In jedem Privathaushalt – da darf man sich selbst um ein paar Pfunde “betrügen”:-)
Spaß beiseite: Der Gesetzgeber hat ganz klare Beschränkungen. Nur für Personenwaagen in Apotheken, Säuglingswaagen in Apotheken zum Ausleihen für den privaten Gebrauch und für Säuglingswaagen von Hebammen besteht grundsätzlich keine Eichpflicht.

Wie, Hebammen dürfen ungeeichte Säuglingswaagen verwenden? Im Absatz vorher heißt es doch die Säuglingswaagen von Hebammen bedürfen der Genauigkeitsklasse IIII.

Richtig gelesen: Hebammen, die bei einer Hausgeburt das Geburtsgewicht feststellen, müssen dafür eine Waage der Genauigkeitsklasse IIII (4) verwenden. Hebammen, die “nur” beratend zur Seite stehen, können mit einer ungeeichten Säuglingswaage arbeiten. Und nur noch einmal zur Erinnerung: Säuglingswaagen in Krankenhäusern und Arztpraxen müssen geeicht sein und der Genauigkeitsklasse III (3) entsprechen. Ist ja auch klar, denn schließlich werden diese auch in der Säuglingsheilkunde eingesetzt und sollen einen Verlauf protokollieren, nicht nur eine kurze Momentaufnahme…

Wie gut, dass seca sich auf die Herstellung von Waagen spezialisiert hat, über umfangreiches Know-how verfügt und alle möglichen Waagen-Modelle für alle Berufsgruppen bereit hält: geeichte und ungeeichte, mechanische und elektronische, Flachwaagen und Säulenwaagen. Und natürlich auch Säuglingswaagen in verschiedenen Ausführungen.

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